19.02.2015

Wie DerStandard und 90minuten von WhatsApp profitieren

WhatsApp

WhatsApp ist ja ein bisserl ein Phänomen. Die Nutzerzahlen sind im vergangenen Jahr explodiert, der Messaging Dienst ist hierzulande deutlich populärer als etwa Instagram oder Twitter. Interessanterweise trauen sich aber kaum österreichische Unternehmen, mit der App zu experimentieren.

Vereinzelt gibt’s aber doch Mutige: 90minuten.at und derStandard.at haben im November eigene WhatsApp Services gestartet, die Antenne hat sich sogar an einer kleinen „WhatsApp Orchester“ Kampagne versucht, wo Sprachnachrichten der Hörer zu einem Song zusammengefügt wurden. Russmedia hat den WhatsApp Button in den vienna.at und vol.at Apps integriert und spricht gegenüber dem Horizont davon, dass dieser „wesentlich besser als der Twitter Button“ funktioniert.

Weil ich neugierig war, wie zufrieden 90minuten.at und derStandard.at mit dem Service sind, hab ich einfach mal frech nachgefragt. Hier die Antworten von Michael Fiala und Lisa Stadler:

 

Ihr nutzt seit einigen Monaten WhatsApp. Warum? Was erhofft ihr euch davon?

90minuten.at: Wir haben auf Facebook in den vergangenen Jahren mit knapp 30.000 Fans eine ehrliche (nicht gekaufte) Community aufgebaut, haben aber gemerkt, dass wir immer weniger Personen erreichen können, ohne erhebliche finanzielle Mittel einzusetzen. Daher sind wir immer auf der Suche nach neuen Wegen, unsere Leser zu erreichen. Mit WhatsApp haben wir einen sehr direkten Draht zu unseren Lesern gefunden und das Feedback war bisher äußerst positiv.

derStandard.at: Austausch und Traffic!
 

Wie ist das Service angelaufen? Wie viele „Abonnenten“ habt ihr? 

90minuten.at: Wir haben das Service als erstes Online-Medium Österreichs im November 2014 gestartet und schon nach wenigen Wochen über 500 Abonnenten verzeichnet. Derzeit liegen wir bei knapp 900 Abonnenten.

derStandard.at: Sehr gut, mehr verraten wir derzeit nicht. Ich habe mir ein Ziel gesetzt, wenn das erreicht ist, gehen wir raus damit ;) (Anmerkung: Es sind deutlich mehr als bei 90minuten.at)

 

 

Als Medium WhatsApp zu nutzen, bringt sicher Pluspunkte in Sachen Image, Kundenbindung … . Aber ist die Betreuung nicht sehr aufwändig? Seht ihr ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis?

90minuten.at: Das große Plus beim WhatsApp-Service ist vor allem die hohe Rückmeldungsquote. Wir verschicken prinzipiell immer Links zu unserer Seite mit einem kurzen Infotext. Zum Teil haben wir eine Resonanz von bis zu 75% verzeichnet, was natürlich ein sensationeller Wert ist. Natürlich gelingt das selten, aber im Schnitt erreichen wir rund 10-20% unserer Abonnenten, die sich mit einem Klick „bedanken“. Die Betreuung ist derzeit aber noch aufwendig, da die Broadcastlisten mit 256 Usern beschränkt ist. Dh. derzeit haben wir vier Broadcastlisten und müssen jede Message vier Mal absenden – nicht auszudenken, wenn wir mal 10.000 WhatsApp-Abos haben. Zudem muss man jeden Kontakt im Telefonbuch des Handy abspeichern und verschickt werden kann die Nachricht nur von jener Person, die das Handy auch tatsächlich bei sich hat.

derStandard.at: Ja, es ist sehr aufwändig. Aber ich denke, es zahlt sich aus. Jeder persönliche Kontakt mit Usern sollte geschätzt werden. Und das tun wir und investieren viel Arbeit in das Community Management. Immerhin haben wir 12 Leute dafür.
 

Beantwortet ihr Rückfragen?

90minuten.at: Ja, in der Regel schon und es gibt auch einige Rückfragen oder auch einfach kurzes Feedback zu unseren Artikeln. Vor allem die jüngere Zielgruppe antwortet oft mit Emoticons oder anderen bekannten Kurzformen.

derStandard.at: Ja! (Hier ist der Beweis)
 

Noch eine Frage zur Zukunft: Ist das Service aus eurer Sicht relevant genug, um langfristig genutzt zu werden oder ist’s eher ein Experiment, das schon bald wieder vorbei sein wird?

90minuten.at: Wir denken, dass dieses Service weiterhin relevant bleiben wird und seinen Platz in den  Distributionskanälen findet. Zwei zentrale Fragen stellen sich aus meiner Sicht: Wie werden die Abonnenten reagieren, wenn hunderte Anbieter auf den Markt drängen? Werden wir dann User verlieren? Werden die WhatsApp-User dann genervt sein und die Abos wieder kündigen? Die zweite Frage ist, wann WhatsApp ein ordentliches Business-Service launcht, das den Umgang für den Publisher erleichtert.

derStandard.at: Ich sehe es als langfristiges Projekt. Außer WhatsApp dreht uns das Ding ab, haha!
 

Danke fürs Gespräch! Habt ihr noch Fragen an die beiden?

 



Eine Antwort zu “Wie DerStandard und 90minuten von WhatsApp profitieren”

  1. […] die Medienindustrie? Auch hier gibt es Pioniere. Die Heilbronner Stimme, der Standard, die Ruhrnachrichten und andere Medien experimentieren bereits mit WhatsApp als zusätzlichem […]

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